Indigene fordern die EU auf, den Kauf von Palmöl zu sistieren

Malaysia kündigt die weitere Expansion von Ölpalmplantagen bis 2023 an.

(Mulu, Sarawak/Malaysia) Anführer der indigenen Penan und Berawan haben sich an die Botschaften der wichtigsten Palmölimportländer gewandt. In einem Brief fordern sie die Einstellung des Palmölimports aus Malaysia, solange die Abholzung des Mulu-Regenwaldes und die Missachtung der indigenen Landrechte im Mulu weitergeht. 

Im Namen der Penan und Berawan schickten Komeok Joe und Willie Kajan einen Brief an 24 Botschaften von Palmölimportländern, in dem sie die Botschafter dazu einladen, die Mulu-Region zu besuchen, um "mit eigenen Augen zu sehen und mit eigenen Ohren zu hören", wie ihre Regenwälder von der malaysischen Palmölfirma Radiant Lagoon, abgeholzt werden.

"Offiziell verkauft Malaysia sein Palmöl der Welt als nachhaltig. Aber in Wirklichkeit werden unser Land, unsere Zukunft und unser Klima durch Palmöl zerstört. (...) Wenn die Ölpalmplantage kommt, wird es schwer für uns zu jagen, Landwirtschaft zu betreiben und Früchte und Rattan zu sammeln. Palmöl wird unser gewohntes Leben zerstören."

Am Montag ergab ein Treffen zwischen den betroffenen Dörfern und den Behörden von Sarawak, dass zwei Häuptlinge der betroffenen Berawan-Dörfer von Radiant Lagoon mit je 400'000 malaysischen Ringgit (98'000 US$) gekauft wurden. Die Dorfbewohner wurden über diese Vereinbarungen im Dunkeln gelassen.

Gestern gab Malaysias Landwirtschaftsministerin Teresa Kok bekannt, dass bis 2023 weitere 650'000 Hektaren Ölpalmplantagen auf Regenwald und indigenem Land neu angelegt werden sollen.

Der Bruno Manser Fonds fordert die malaysischen Behörden auf, unverzüglich ein Moratorium für neue Ölpalmenplantagen zu erlassen. Eine Petition des Bruno Manser Fonds zur Unterstützung des Widerstands gegen die Mulu-Plantagen wurde bis anhin von 40.000 Unterzeichnern aus der ganzen Welt unterzeichnet. Jetzt unterzeichnen

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